Am Montag, den 28. September, war es endlich soweit. Es ging zum lang ersehnten Health Check. Denn hier in Japan, kann ja nicht einfach davon ausgegangen werden, dass man gesund einreist oder zumindest in seinem Heimatland bereits einen Health Check Up gemacht hat, nein hier wird ein Health Check Up für alle „Aliens“ vorgeschrieben, egal ob man sich in der öffentlichen Krankenversicherung versichern möchte oder nicht. Frohen Mutes, stand ich also auf und ging zum Bus. Wir wurden nach unseren Studentennummern eingeteilt und mussten somit zu einer bestimmten Zeit mit einem bestimmten Bus hinunterfahren. Leider haben die Organisatoren der „Bustouren“ nicht darauf geachtet, dass dementsprechend genug Busse zur Verfügung stehen. Aber keine Angst, auch dafür gab es eine Lösung. Die Busse in Japan entsprechen größtenteils unseren Reisebussen mit einer Ausnahme: man kann zusätzliche Sitze ausklappen, so dass weitere Leute im Mittelgang sitzen können. Der Nachteil: wenn jemand von ganz hinten aussteigen möchte, müssen erst mal alle anderen, die im Mittelgang sitzen mühsam ihre Sitze hoch klappen und demjenigen Platz machen. Das kann schon mal ne Weile dauern. Das Problem hatten wir am Montag jedoch nicht, denn wir wollten ja alle zum Krankenhaus.
Am Krankenhaus angekommen, wurden wir bereits von netten Krankenschwestern und freiwilligen APU-Studenten erwartet, die bereitwillig alles für uns übersetzt haben. Uns wurde ein kleiner Vortrag gehalten über den Ablauf des Health Checks. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, war alles bis ins kleinste Detail geplant. Zunächst mussten wir unseren bereits vorher ausgefüllten Fragebogen abgeben (haben Sie vor hier schwanger zu werden? – NEIN, und was geht Sie das überhaupt an?) und unsere Daten vergleichen. Dann durften sich die Damen (wohlgemerkt die Herren nicht) umziehen. Wir haben wunderbare Krankenhausschlappen bekommen und noch hübschere Hemdchen. Denn es sollte unser Oberkörper geröntgt werden und deshalb durften wir keine BHs tragen. Aber warum? Warum liebe Japaner, müssen wir dann so hässliche Hemdchen tragen, die man nur so komisch zuwickeln konnte, dass sie bei der kleinsten Bewegung sofort wieder aufgingen? Wäre es nicht auch möglich gewesen, einfach den BH unter dem T-Shirt auszuziehen? Die Herren der Schöpfung durften ihre Hemdchen schließlich auch anbehalten. Zu den Schlappen sage ich ja schon gar nichts mehr. Nachdem es hier zu jeder Gelegenheit andere Schlappen gibt und man ständig diese wechseln muss (zum Beispiel, wenn man auf die Toilette gehen möchte), wundert es mich kein bisschen, dass es auch extra Krankenhausschlappen gibt. Wäre ja auch ne Frechheit, wenn man hier mit seinen eigenen Schuhen durchlaufen würde. Das ist wohl deren Verständnis von Hygiene. Ich frage mich nur, ob sie die Schlappen auch gut desinfizieren. Die sahen nämlich nicht danach aus. Na ja, nachdem ich mich in mein Hemdchen (welches natürlich trotz größter Größe ein bisschen zu kurz war) und meine winzigen und etwas zwielichtig aussehenden Schläppchen gezwängt hatte, ging es auch schon zur Pinkelprobe. Hm... wie ich das liebe :D
Nach der Klosession wurde wir dann von Ärzten kurz zu unserem Gesundheitsstatus befragt (Waren Sie in letzter Zeit krank? – Nein) und schließlich wurden uns noch drei Kanülen Blut abgenommen. Peter, Timos Roommate, ist dabei allerdings zusammengeklappt, wurde jedoch sofort umsorgt und auf eine Liege zum Ausruhen gelegt. Nach der spektakulären Blutabnahme ging es weiter zum Oberkörperröntgen und danach in den nächsten Stock. Dort wurden wir gemessen, gewogen und unsere Sehstärke erprobt. Außerdem hatten wir noch genug Zeit und ein paar Informationen durchzulesen: empfohlene Tagesmenge an Kalorien? 1500 (sowohl für Jungen als auch für Mädchen)! Kein Wunder, dass das hier alles so Fliegengewichte sind. Schließlich ging es weiter zur letzten Station: dort haben wir Tuberculin oder so gespritzt bekommen und wurden nach Hause geschickt. Tag überstanden!
Eine Woche später hatten wir erneut eine Health Clinic Guidance, um das Ergebnis der Infusion zu ertesten. Zunächst durften wir uns allerdings eine wunderschöne Powerpointpräsentation zum Thema Sex anhören. Dies führte zu peinlich berührtem Gelächter unter den meist erst 18jährigen Studenten. Außerdem haben wir einen sehr informativen Infozettel zu diesem Thema erhalten. Beste Methode nicht Schwanger zu werden oder sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken? – Kein Sex! Danke für diese Information :D
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