Mittwoch, 23. September 2009

Peking - Der Flughafen des Grauens

Mein erster langer Flug startete unproblematisch. Leider konnte ich in der langen Zeit nicht schlafen und so habe ich mir so wunderschöne Filme wie Drillboy, Bee Movie, Lost in Translation oder auch Transformers (der war allerdings so schlecht, dass ich irgendwann abgebrochen habe) angeguckt.

Als wir, also Timo und Ich, allerdings in Peking gelandet sind und dort in unseren Anschlussflug umsteigen wollten, begann die Katastrophe. Erstens mussten wir gefühlte 100 mal die Behörden über unseren Gesundheitsstatus aufklären, zweitens wurden wir von einem Schalter zum nächsten geschickt. Wenn ihr denkt, man kann in Peking einfach den Schildern folgen, dann habt ihr euch geirrt. Als Timo und ich bei den International Transfers standen, schickte man uns weg zu einem anderen Schalter. Dort wurden wir zwar „bearbeitet“, haben also einen wunderschönen Stempel in unseren Reisepass bekommen, allerdings wurde uns nicht erklärt, wo wir hin mussten. Also folgten wir einfach wieder dem nächsten Schild in Richtung Domestic Transfers. Als man dann allerdings in einen Shuttlebus einsteigen musste, um das Terminal zu wechseln, erkundigten wir uns doch lieber bei einem der vielen Beamten, wo wir denn hingehen müssten, wenn wir nach Fukuoka fliegen wollten. Nachdem wir ihm erklären mussten, dass Fukuoka nicht in China liegt, sondern in Japan, war er so verwirrt und hat uns einfach in eine Schlange zur Einreise nach China gestellt. Da uns das doch etwas seltsam vorkam, erkundigten wir uns bei einem zweiten Beamten, ob wir hier richtig seien. Der bejahte und gab uns ein Einreisefragebogen zum Ausfüllen. Nachdem wir diesen brav ausgefüllt hatten und endlich an der Reihe war, wurden wir von dem Schalterbeamten aufgeklärt, dass wir hier nicht richtig seien. Dieser war allerdings sehr hilfreich, hat sofort seinen Schalter geschlossen und hat uns (nachdem er sich selber noch mal erkundigt hatte) zurück zum Shuttlebus geführt. Wir mussten also tatsächlich in das andere Terminal fahren. Dort fragten wir eine etwas grantige Dame, ob wir in der Schlange für Domestic Transfers richtig wären. Sie bejahte dies, wollte uns allerdings nicht bedienen, bis wir nicht unser Gepäck zum einchecken geholt hätten. Auch auf unser Argument, dass wir bereits in Frankfurt eingecheckt hatten und unser Gepäck nicht hätten, antwortete sie lediglich mit einem „This is not Frankfurt. It is Beijing.” Ach nee. Danke für diese Information. Sie blieb also stur und Timo kämpfte sich tapfer bis zur nächsten Dame vor, die endlich verstanden hatte, was unser Problem war. Also schickte sie uns einfach ein Stockwerk höher, in eine weitere Schlange zum Security Check. Ich weiß nicht, ob Timo und ich so gefährlich aussehen, wir wurden auf jeden Fall sehr gründlich durchgecheckt. Wir mussten sogar unseren Laptop öffnen. Was sollen wir denn bitte dazwischen verstecken? Ein gemeines Blatt Papier? Ich vermute ja, dass das an Timos Bart lag. Ich habe bis jetzt noch keinen Asiaten mit Bart gesehen. Das muss sie so erschrocken haben, dass sie lieber auf Nummer sicher gingen ;)

Nach einem längeren Fußmarsch, bei dem wir den ganzen Weg den wir zuvor mit dem Shuttle zurückgelegt hatten, wieder zurückgingen, kamen wir endlich an unserem Gate an. Was für ein Glück. Ich war mittlerweile auch echt ins Schwitzen geraten. Einerseits aus Angst nie wieder den Flughafen verlassen zu können, andererseits war es verdammt warm (obwohl man vor lauter Smog die Sonne nicht sehen konnte. Das war vielleicht eine spannende Landung. Mitten in den Dunst hinein).

Trotz heftiger Turbulenzen, bin ich ruckzuck im Flugzeug eingeschlafen. Allerdings nicht lange, denn kurze Zeit später landeten wir in Dalian. Verdammt! Diesen Zwischenstop hatte ich ganz vergessen. Dadurch wurde unsere Tour durch den gesamten Flughafen Pekings wenigsten einigermaßen erklärt, denn Dalian liegt in China. Und so war es (teilweise zumindest) ein Inlandsflug. In Dalian mussten wir erneut das Flugzeug verlassen und anstatt einfach am Gate zu warten und wieder einzusteigen, sobald sie mit allem fertig waren, wurden wir erneut Opfer der Bürokratie Chinas. Natürlich mussten wir wieder einreisen, einen Gesundheitsbogen ausfüllen und wurden über die Schweinegrippe aufgeklärt. Nach einem kleinen Rundgang erreichten wir (welch ein Wunder) das Gate an dem wir angekommen sind und konnten erneut ins Flugzeug einsteigen. Die meisten Japaner, die mit uns geflogen sind, nutzten diesen kleinen Ausflug allerdings noch einmal für ein bisschen Duty Free Shopping. Mit 20 kg mehr Handgepäck an Board als vorher startete das Flugzeug also erneut. Und wieder fielen Timo und ich kurz nach dem Start in einen einigermaßen tiefen Schlaf, obwohl es auch diesmal so starke Turbulenzen gab, dass mein Kopf ständig hin und her geschleudert wurde.

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